Kreditgeber Interview: Die Sorgen der Banken in Österreich
Über was sorgen sich derzeit die österreichischen Banker am meisten? Einer unserer Mitarbeiter ging dieser Frage nach und besuchte einen Banker der bereits 17 Jahre im Geschäft ist.
Die grösste Sorge der österreichischen Banken sind ohne Zweifel die Ostgeschäfte. Österreich war im Osten Europas besonders aktiv. Man hat die geographische Nähe geschickt auszunützen gewusst und sich so zum grössten Investor gemausert. Jetzt besteht aber die Gefahr dass einem das jetzt auf den Kopf fällt. Kritiker bezeichnen viele dieser Ostkredite als “faul”. Kein Wunder dass der eine oder andere Banker aus diesem Grund schlecht schläft.
Zwei Drittel aller Klein und Mittelbetriebe in Österreich sind auf Kredite angewiesen. Auch das bereitet vielen Bankern Kopfzerbrechen. Man möchte natürlich seiner Verantwortung gerecht werden und alle möglichen Hilfestellungen im Sinne des guten Kundendienstes zur Verfügung stellen, aber irgendwo muss dann doch eine Grenze gezogen werden. Viele Unternehmen verstehen diese Vorgangsweise nicht wenn sie selbst betroffen sind, und einen gewünschten Kredit nicht erhalten. Doch hier sieht sich die Bank eher nicht als Spielverderber sondern als Beschützer vor einer möglichen Überschuldung.
Das gleiche gilt im Privatsektor. Auch hier möchten die Banken nicht einfach ungeprüft Kreditanfragen positiv beantworten, sondern auch hier im Sinne des Kunden Übersicht behalten. Das verstärkt sich natürlich auch noch dadurch dass die Situation ohnehin schon schwer angespannt ist, und weniger Geld für Kreditanfragen zur Verfügung steht.
Grundsätzlich möchte die Bank aber den Kunden im Mittelpunkt aller Aktivitäten sehen, auf das Geld verdienen aber auch nicht vergessen.